LearningOutLoud | Der Learning Out Loud Zyklus
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Der Learning Out Loud Zyklus

Der Learning Out Loud Zyklus

Woche 1 – Ein eigene Ziel setzen

In der ersten Woche setzen sich alle Teilnehmer*innen ein individuelles arbeitsrelevantes Lernziel. Es muss innerhalb der sieben Wochen erreicht werden können und soll – obwohl es ein persönliches Ziel ist – von Interesse für andere im Unternehmen bzw. der Einrichtung sein. Die Gruppe fungiert dabei als Impuls- und Feedbackgeber. Bedeutsam ist das direkte Feedback zu den individuellen Überlegungen. Jede einzelne Person soll eine Leidenschaft entwickeln, sich für das eigene Lernziel in den nächsten sieben Wochen zu engagagieren. Da auch zwischen den Treffen aktiv an den individuellen Themen gearbeitet wird, ist die Reflexion der Motivation zu Beginn unerlässlich. Ist das Ziel formuliert, kann mit der Quellensuche begonnen werden. Als Quelle werden zunächst die Gruppenmitglieder genutzt. Alle bringen sich mit ihren Gedanken und Erfahrungen ein, verweisen auf Literatur, Links oder Expert*innen, zeigen mögliche Stolpersteine oder Achtungszeichen auf. Die jeweilige Person im Mittelpunkt bekommt somit innerhalb kürzester Zeit ein Gefühl für Umfang, Aufwand und Tiefe der selbstgestellten Lernaufgabe und kann frühzeitig Anpassungen vornehmen. Die Facilitator*innen helfen dabei, erreichbare Ziele zu definieren. Sie verweisen auf Fähigkeiten und Fertigkeiten, die nötig sind, um einen nachhaltig nutzbaren Beitrag zum Thema erstellen zu können. Diese Skills müssen mitunter erst erworben werden.

Woche 2 – Reflexion der Quellen und Planung des eigenen Lernens

Zwischen den Treffen der ersten und zweiten Woche stellen sich alle Teilnehmer*innen gegenseitig Quellen zur Verfügung – bspw. stellen sie Links oder Texte ein und schreiben Ideen und Gedanken zu den jeweiligen Zielen nieder. In der zweiten Woche

sichten und bewerten die Teilnehmer*innen die Quellen, es wird eine Quellenkritik vorgenommen. Zudem tauschen sich die Teilnehmer*innen zu ihrem eigenen Lernprozess aus. Über ein Brainstorming sammeln sie Lernstrategien und inspirieren sich gegenseitig dazu, neue Lernstrategien auszuprobieren.

Als Ergebnis legen die Teilnehmer*innen fest, wie, wann und was sie genau lernen und später lehren wollen.

Woche 3 – Design der Lerneinheit

Wenn die Teilnehmer*innen in das dritte Treffen kommen, geht es um grundsätzliche Ideen zum Design der Lerneinheit, die sie selbst gestalten wollen. Zum Beispiel über die Methode „Was sagen der Träumer, der Realist und der Kritiker dazu?“ erhalten alle ein erstes Feedback zu ihren Überlegungen. Die Gruppenmitglieder können sich dabei in die anvisierte Zielgruppe hineinversetzen. Die Methode bietet durch die Verfremdung und Perspektivenübernahme die Chance, mögliche Bedenken offen zu äußern.

Woche 4 – Eigene Lerneinheit strukturieren

In der vierten Woche kreieren die Teilnehmer*innen ihre eigene Lehr-Lern-Story. Sie beschäftigen sich mit didaktischen Prinzipien, die für ihr Thema eine Bedeutung haben und fragen sich: Welche Story möchte ich erzählen? Als Prinzip kann zum Beispiel der Situationsbezug gelten. Damit verbunden ist die Frage, für welche Situationen das potentielle Publikum mein Thema gebrauchen kann.

Das eigentliche Learning Out Loud findet dann zwischen Woche vier und fünf statt. In dieser Zeit produzieren die Teilnehmer*innen ihren Beitrag zum eigenen Lernziel, den sie dann einem größeren Publikum im Unternehmen zugänglich machen – beispielsweise über ein internes soziales Netzwerk. Es werden z.B. produzierte Videos, Podcasts oder Blogs publiziert.

Woche 5 und 6 – Selbstreflexion und Feedback

In Woche fünf findet eine ausführliche Selbstreflexion aller Teilnehmer*innen statt. In der sechsten Woche folgt die Phase des Feedbacks und der Evaluation der Beiträge. Dazu wird ggf. zunächst erarbeitet, wie Feedback gegeben wird. Abbildung 2 zeigt beispielsweise eine gemeinsam mit Teilnehmer*innen eines LoL-Zyklus` in OneNote erstellte Tabelle, in der über die Methode des Antileitfadens allgemeine Grundlagen zum Geben von Feedback erarbeitet wurden.

Woche 7 – Evaluation des LoL-Zyklus und neue Ziele

In der letzten Woche erfolgt eine gemeinsame Evaluation der Zusammenarbeit im LoL-Zyklus. Das LoL-Set ist damit abgeschlossen und kann bei Bedarf nahtlos in die nächste Runde übergehen, indem neue Ziele identifiziert werden.

Alle Termine werden methodisch durch die Facilitator*innen vorbereitet. In kurzer Zeit müssen alle Teilnehmer*innen zu Wort kommen – alle wollen sich einbringen und ein Feedback erhalten etc. Entsprechend stringent müssen die Facilitator*innen zwar einerseits agieren, aber anderseits soll auch die Kreativität angeregt werden, was über spielerische Methoden möglich ist.

Tatsächlich ist LoL weniger als einmaliges Ereignis als vielmehr als dauerhafter Prozess angelegt. In dessen Verlauf lösen sich die Teilnehmer*innen, unterstützt durch Facilitator*innen, mehr und mehr vom Status der Lernenden und werden selbst zu Lehrenden, zu Produzent*innen von neuem Content. Das ist nicht nur didaktisch begründet, schließlich gilt „Lernen durch Lehren“ als besonders nachhaltig. Es trägt auch zum Mindset und schließlich zum Kulturwandel bei, weil die Teilnehmenden im Verlauf viele positive Erfahrungen mit informellem Lernen gesammelt und gleichsam nebenbei viele 4.0-Methoden eingeübt haben (vgl. Kühn & Marx, 2018).

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